Samstag, 24. Februar 2018

KÄLTESTADT


Wien war kalt, grau, dreckig, unwirtlich.
Die Toilette in der Opernpassage spielt den Donauwalzer
und lockt mit Touristennostalgiekitschgestaltung Bedürftige.
Aufgrund mangelnder Blasennachfrage war ich nicht drinnen,
aber wahrscheinlich ist die Klomuschel ein Lipizzaner und der Spülkasten eine Mozartkugel.
Früher trafen sich dort Stricher.
In der Man-Ray-Ausstellung war ich.
Mittelmäßig gefallen.
Viel herumgelaufen, viel mit den Öffis gefahren.
Schön, trotz allem.








Freitag, 23. Februar 2018

VINTAGE




In Wahrheit mag ich  den Stil der 50er Jahre nicht besonders.
Bei jungen Leuten ist er recht beliebt.
Aber wenn ich die Fotos der Beleuchtungskörper ganz lange ansehe,
sehe ich das Design und dann finde ich es schon wieder schön.
Alles ist ja eine Frage des Blickwinkels.




Donnerstag, 22. Februar 2018

DIE KATZE, DIE MAUS UND ICH

Jede meiner treuen MitleserInnen weiß:
mit Mäusen kann ich gar nicht.
Nur ein kleiner Schritt fehlt zur Hysterie.
Ich bin durchaus froh,
wenn sich die alte Katze ab und an eine Maus zur Aufbesserung ihres Sackerlspeiseplans fängt.
Gesunde Ernährung ist schließlich alles
und nix ist nahrhafter als so ein Graufelltier.
Wenn sie aber eine unfressbare kleine Spitzmaus in die Stube bringt,
ausdauernd mit ihr spielt und sie dann desinteressiert laufen lässt,
ja,dann flattern meine Nerven.
Mit Besen und Schaufel das war nix,
da ist die Maus davongesprungen.
Maus zitternd, ich bebend, Katze interessiert entspannt.
Dann habe ich Arbeitshandschuhe geholt,
da hat das kleine Tier aber bereits beschlossen entlang dem Zentralheizungsrohr im Boden zu verschwinden.
Dort wird sie sterben und dann 3 Tage mit der warmen Luft in die Gegend stinken.
Wenn ich mir ein Paradies vorstelle,
dann ist das sicher mausfrei.


Mittwoch, 21. Februar 2018

TIERE


Auf meinen Spaziergängen komme ich ab und an bei Tieren vorbei.
Ich mag sie ja alle.
In meinem nächsten Leben (abgesehen davon, dass ich nicht wiederkommen will), werde ich Tierfreundin.
So Arche Noah mäßig.
Am liebsten in Afrika.
Bei Löwen und Affen.
Jetzt muss ich mich mal mit fremde Tiere anschauen begnügen.
Ist auch gut.
Und völlig ohne Arbeit.


Dienstag, 20. Februar 2018

SONNE


Ein wunderbarer Ausnahmesonnentag.
Vitamin D3 tanken.
Ich bin wiedermal zur Wildfütterung mitgegangen/gefahren.
Sehr schön, sehr angenehm.
Winter und Leben von der nettesten Seite.





Montag, 19. Februar 2018

LEERGETRÄUMT


Langsam bin ich leergeträumt.
Denke ich.
Alle, alle Menschen, die ich gekannt habe,
erscheinen jetzt in den Nächten.
Schon seit Wochen.
Weil sich tagsüber wenig tut,
liefert das Unterbewusstsein.
Des Morgens erwache ich mit Magenschmerzen.
Die Tage sind anhaltend grau
und nur weil ich an die Rollersaison denke,
bewege ich mich.
Sonst würde ich die totale Starre, die im Außen herrscht, mitleben.
Aber mein Lieblingszweirad harrt vor sich hin
und es braucht einige Kraft und Geschicklichkeit um das Ding zu händeln.
Es will ja auch geschoben werden oder abgestellt, etc.
Wenn ich wie ein nasser Sack oben hänge,
fehlt dann der Spaß.
Und gefährlich wird es auch.
Also entweder muss ich gehen oder auf den Crosstrainer.
Auf der Sprossenwand mache ich etwas für die Bauchmuskeln.
Alles für die große Motorrad-Liebe.


Sonntag, 18. Februar 2018

BERLIN - MOSKAU

Drei Monate war Wolfgang Büscher zu Fuß von Berlin nach Moskau unterwegs.
2001.
Gut hat mir das Buch gefallen. Schöne Sprache.
Obwohl viel von blutgetränkter Erde geschrieben wird.
Kriege, Partisanen. Jeder gegen alle.  Polen, Weißrussland.
Vertrieben. Flucht.
Beim Lesen der Wegbeschreibung sind eigene Erinnerungen aufgepoppt.
Russische Botschaft in Wien. Ich beantrage mein erstes Visum für Moskau.
Der Beamte sagt zu meiner Mutter, die mich begleitet:
"Ihre Tochter wird einen russischen Mann heiraten. Russische Männer gut."
Und grinst uns mit einem Mund voller Metallzähne an.
Dörfer mit bunten Holzhäusern habe ich vor Augen
und die russische Banja, wo man sich mit in Kübeln eingeweichten Birkenzweigen schlägt.
Durchgeschwitzt in den Schnee rennt.
Keine Erinnerungen an russische Männer.



Samstag, 17. Februar 2018

MOORWEG

 
 
Zum ersten Mal im Jahr den Moorweg gegangen.
Von einer bleichen kraftlosen Sonne begleitet.
So still ist es im Wald.
Kein Laut ist zu hören.
Ich bin völlig mit der Zeit durcheinander.
Glaube immer, dass schon März ist.
Das graue Einerlei setzt weder Punkt noch Komma.
Schön war der Weg.
 
 






Freitag, 16. Februar 2018

HOMESTORY

 

 
 
Dauernd sitze ich im Daheim herum,
des Aussengraus wegen
und ich finde es  bei mir urgemütlich.
Mein neuer Lieblingsplatz ist ein Polster am Boden im Rücken die Heizung.
Wenn ich lange so kauere,
womöglich noch auf den Fersen,
wird es mit dem Aufstehen leicht problematisch.
Bin doch nimmer ganz taufrisch.
Ein Rundumblick in meiner Stube.
Und extra nix auf- oder weggeräumt.











Donnerstag, 15. Februar 2018

HÖLLFALL



Um dem Einheitsgrau zu entgehen,
war ich beim Höllfall.
Es gab dort mindestens 10 Minuten Sonne.
Wenig Eis
und das Wasser rauschte über, zwischen und unter den Steinen.







Mittwoch, 14. Februar 2018

GLADIATORENKÄMPFE


Vor 2000 Jahren gab es Gladiatorenkämpfe
bei denen sich die Obrigkeit und das Volk am blutigen Dahinsterben von Mensch und Tier ergötzten.
In Wien haben dieser Tage 300 Schaulustige einem Mann auf der Straße beim Sterben zugeschaut.
Und fleissig die Handys draufgehalten,
damit sie etwas in den sozialen Netzwerken zum Teilen hatten.
Unsere Gesellschaft ist wirklich krank.
Weil das so gut passt, habe ich den Text einer kommenden Veranstaltung kopiert.
Von Dr.Hans-Joachim Maaz gibt es auch viel auf youtube. Interessant.

Leuchtpunkte Talks: Dr. Hans-Joachim Maaz im Gespräch mit Johannes Kaup, Ö1



 
Gedanken & Ideen
FÜR EINE LEBENSWERTERE WELT
Dr. Hans-Joachim Maaz im Gespräch mit Johannes Kaup, Ö1

UNSER FALSCHES LEBEN – Der Befund eines Psychiaters und Psychoanalytikers
"Das Pathische, das Kranke, das Gestörte wird dann in einer Gesellschaft nicht mehr als krank und pathologisch erkannt, wenn die Mehrheit einer Bevölkerung in einer bestimmten Richtung denkt und handelt, denn was die Mehrheit tut, das wird ja wohl richtig sein. Das meint der Begriff der Normapathie‘‘ sagt Dr. Hans-Joachim Maaz.
Dr. Hans-Joachim Maaz ist praktizierender Psychiater und Psychoanalytiker und war lange Zeit Chefarzt der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik des Diakoniekrankenhauses Halle. Darüber hinaus ist er Autor von zahlreichen Büchern. Er betont, dass er bereits einige normopathische Gesellschaften erlebt hat.
In seinem aktuellen Buch ‘‘DAS FALSCHE LEBEN – Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft‘‘ im Beck Verlag erschienen, beschäftigt sich Dr. Maaz mit der großen Frage, warum Menschen gegen ihre Natur leben. Dabei skizziert er den Normopathen, der zwanghaft darauf aus ist Erwartungen zu entsprechen. Krankheiten sind die Folge. Aufgestaute Wut wird an Schwächeren oder am System abreagiert. Falsch verstandenes individuelles Leben macht krank. Maaz ortet qualitative Beziehungsstörungen in der Frühbetreuung, die für die Entstehung einer kollektiven Normopathie, die von „ideologisch Verblendeten, ökonomisch Abhängigen und süchtigen Konsumenten geprägt sind“, verantwortlich. So können Mitläufer, Opportunisten und sogar Täter entstehen. Und Sündenböcke helfen die eigenen Aggressionen los zu werden. Maaz interessiert sich für die Sicht vom Individuum auf die Gesellschaft. Die aktuelle Krise unserer Gesellschaft ist Ausdruck einer kollektiven Normopathie. Erst wenn Außenseiter integriert werden, weiß Maaz aus seiner Erfahrung als Therapeut zu berichten, erst dann könne durch deren Erfahrungen und Kritik die Selbststörungen der Mehrheit erkannt und womöglich gelindert werden.
Vom Rassenwahn der nationalsozialistischen Borderliner über die autoritär-repressiven Verhältnisse des real existierenden Sozialismus der DDR bis hin zu den aktuellen Normopathien der Umweltzerstörer, kolonialen Ausbeuter und Finanzjongleure spürt Maaz den gegenwärtigen globalen Krisen im Spiegel der deutschen Entwicklung nach.
Es wird um die Analyse unserers Selbst und Ich gehen, um Sucht und Gier, um unsere Demokratie und unsere Möglichkeit des freien Denkens und Redens, um den Begriff des Populismus, um eine sozialorientierte Beziehungskultur, um die Krankheit der Gesellschaft und welche Katastrophen es benötigt um diese zu heilen. Die große Frage für Maaz ist, wie diese Gesellschaft verbessert werden kann.
Johannes Kaup ist ein bekannter Ö1 Moderator und Sendungsgestalter in den Bereichen Wissenschaft, Bildung und Religion, Producer von "Logos" und der Gesprächsreihe "Im Zeitraum". Er führt u.a. die Leuchtpunkte Talks mit Richard David Precht.
Wir freuen uns auf einen interessanten Leuchtpunkte Talk, der diesmal in Kooperation mit dem VIDC stattfindet.
Sein aktuelles Buch ‘‘DAS FALSCHE LEBEN – Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft‘‘ und seine anderen Bücher wird Dr. Hans-Joachim Maaz im Anschluss an den Talk im Foyer des Filmcasinos signieren. Sie werden vor Ort käuflich erwerbbar sein.
Termin: 25.2. 2018, 11.00 Uhr Matinee
Ort: Stadtkino Wien
 
Termin: 26.2. 2018, 18.30 Uhr
Ort: FILMCASINO Wien
Tickets gibt es online unter: https://ntry.at/MAAZ
und auch direkt im Filmcasino für den 26.2. unter 01 5879062.
 
   

Dienstag, 13. Februar 2018

NUR DAS


Es ist so grau,
dass mir alle Worte ausgehen.
Das Grau macht sich auch im Gehirn breit.
Nebelverschluckte Gedanken.
Nichtmal die Medien erzählen mir irgendetwas,
das weniger Grau erscheint.
Keine Schwarzweißmalerei,
der ewige Einheitsbrei.
Was regen wir uns über andauernde Kriege und Tote auf,
wenn die USA um 10000, Russland um 7000, Deutschland um 3000 Milliarden $ jährlich Waffen verkaufen.
Auch Frankreich, China, auch die Schweiz, etc. etc. Alles Täter.
Wenn diese Rüstungsgüter nicht eingesetzt und verbraucht würden, müssten die Unternehmen (Geld, Arbeitsplätze!!!!) zusperren.
Also muss man die Kriegssuppe überall am Köcheln halten.
Sind ja nur Menschensklaven, die getötet werden.
  


Montag, 12. Februar 2018

WEHLEIDIG; DIE ZWEITE

Also ehrlich,
wenn ich des Morgens beim Fenster rausschaue und ins Ewiggraue blicke,
und der Magen drückt und
entzieht sich allen meinen Heilungsversuchen,
und schlecht ist mir auch,
dann möchte ich mich nur mehr zusammenringeln
und mich nie mehr bewegen.
Wehleidig bin ich,
ich weiß,
aber irgendwann raffe ich mich zusammen,
funktioniere,
ohnedies ganz gut,
und Leben geht weiter, weiter , immer weiter...
Die Sonne muss kommen.
Nachtrag:
Mit den Unglücksschuhen bin ich schon wieder hingefallen. Diesmal waren die Schuhbandln ordentlich zu, dafür hat sich eine Schlaufe in einer Schließe des anderen Schuhs verfangen und schon wieder bin ich der Länge nach auf der Straße gelegen. Den Fotoapparat habe ich noch im Fallen weggeworfen.
Jetzt reicht es aber.



Sonntag, 11. Februar 2018

WEHLEIDIG

In einem sehr netten Kommentar wurde ich als wehleidig bezeichnet.
Ja, das stimmt.
Ich bin lebenswehleidig.
Erwarte immer noch, das Leben müsste ein Ponyhof sein.
Viel Sonnenschein, Vergnügen und Freude.
Wenige Schlangen, die aus ihrem Kästchen schnellen.
Besser ist: rechtzeitig zu klagen, als unvorbereitet gebissen zu werden.


Samstag, 10. Februar 2018

WIENSPLITTER


 
Aus dem Zugfenster geschaut.
Eine blasse Sonne müht sich hoch. 
 

 
 
Voller Begeisterung habe ich die Personenwaage entdeckt.
Wohl eine der letzten ihrer Art.
Richtiges Gedränge um ihre Dienste herrscht nicht.
 

 
 
Die Weltherrschaftskatze an der Kirche musste Flügelhänden weichen.